08.06.2017

Fakten, Fakten, Fakten: unser Reporting-Trendmonitor 2017

In akribischer Detailarbeit haben wir die Geschäftsberichte der DAX-30-Unternehmen analysiert. Ein erster Ausblick auf die wichtigsten Trends.

Was macht einen Profi für überzeugende Geschäftsberichte aus? Er kennt die wegweisenden Entwicklungen und aktuellen Trends im Corporate Reporting, um sie selbst frühzeitig aufzugreifen und erfolgreich umzusetzen. Mit diesem Ziel haben wir 2014 den MPM-Trendmonitor Geschäftsbericht gestartet. Als fundierte Analyse der DAX-30-Geschäftsberichte ist er inzwischen, im vierten Jahr in Folge, zu einer wertvollen Wissensbasis geworden – auch und insbesondere für unsere Corporate-Reporting-Kunden.

Daher haben wir uns auch im Anschluss an die aktuelle Berichtssaison an die Geschäftsberichte der DAX-30-Unternehmen gesetzt und in akribischer Detailarbeit alle Erkenntnisse zu Inhalten, visueller Umsetzung und Medienportfolio zusammengetragen. Die wichtigsten Trends stellen wir heute vor:

1. Die Anzahl der Print-Ausgaben geht zurück

Nachdem sich im vergangenen Jahr lediglich Thyssenkrupp gegen einen gedruckten Geschäftsbericht entschieden hatte, waren in diesem Jahr schon fünf der 30 Geschäftsberichte 2016 nicht bestellbar.1 Einigkeit besteht hingegen beim PDF-Format: Alle 30 Unternehmen stellen dieses zur Verfügung.

2. Integrated Reporting scheint zu stagnieren
Auch weiterhin veröffentlicht mehr als die Hälfte der DAX-30-Unternehmen ihren Geschäftsbericht getrennt vom Nachhaltigkeitsbericht. Nur vier Unternehmen berichten integriert. Als Vorreiter mit Erfahrung gelten hier immer noch BASF, Bayer und SAP. Erstmals in diesem Jahr veröffentlichte auch Thyssenkrupp einen integrierten Bericht.

 

Im Durchschnitt umfasst ein Geschäftsbericht 254 Seiten.

3. Ganz schön dick
Trotz rückläufiger Anzahl der Print-Ausgaben beträgt der durchschnittliche Seitenumfang eines Geschäftsberichts noch immer 254 Seiten – und damit im Schnitt zehn Seiten mehr als im Vorjahr. Die Spanne reicht dabei von 96 Seiten (Beiersdorf) bis 536 Seiten (Deutsche Bank).

4. Imageinhalte bleiben optional, werden aber breiter gestreut
17 der DAX-30-Geschäftsberichte verfügen über einen Imageteil, dessen Umfang zwischen neun und 89 Seiten variiert. Mehrheitlich wird der Image-Content dabei noch in den Bericht intergiert. Bereits sieben Unternehmen haben sich hingegen dafür entschieden, den Imageteil aus dem Finanzbericht zu lösen und als separates Magazin zu veröffentlichen. Gleichzeitig werden die aufbereiteten Inhalte auch online gespielt, um die Reichweite zu erhöhen.

 

27 von 30 Unternehmen wählen als Vorstandsvorwort die Briefform.  

5. Ansprache mit Tradition: der gute, alte Brief
Der Brief des Vorstandsvorsitzenden ist nach wie vor die am weitesten verbreitete Darstellungsform. 27 Unternehmen greifen auf diese Form der Stakeholder-Ansprache zurück. ProSiebenSat.1 und RWE veröffentlichen hingegen ein Interview. Einzig Siemens verzichtet komplett auf ein Vorwort des Vorstandsvorsitzenden.

6. Online-Geschäftsbericht bleibt fester Bestandteil
17 Unternehmen erstellen einen Online-Geschäftsbericht. Die meisten von ihnen veröffentlichen diesen auf einer separaten Microsite – meist unter der URL www.geschäftsbericht.unternehmen.com –, in fast allen Fällen ist die Umsetzung responsive. Die Chance, ihre Berichtsinhalte prominent in die Corporate-Website zu integrieren, nutzen allerdings nur wenige Unternehmen.

7. Verhältnis Print- und Online-Inhalte nicht eindeutig
Die Mehrheit der Unternehmen (elf von 17) stellt digital die identischen Inhalte zur Verfügung wie in der gedruckten Ausgabe bzw. dem PDF. Vier Unternehmen berichten online verkürzt, zwei Unternehmen wählen hingegen eine ausführlichere Berichterstattung im Web.

 

Die meisten Unternehmen präsentieren den Vorstand als Gruppe.

8. Gemeinschaft geht vor

Ein Drittel der Unternehmen präsentiert den Vorstand als Gruppe. Sieben Unternehmen wählen hingegen Einzelbilder und zwei Unternehmen kombinieren Gruppenbild und Einzelporträts. Immerhin elf Unternehmen verzichten vollständig auf die Abbildung ihrer Vorstände; dies ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.

Corporate Reporting Conference: Präsentation der ausführlichen Ergebnisse

So weit die ersten Erkenntnisse im Schnellüberblick. Die vollständigen Ergebnisse stellen wir erstmals am 29. Juni 2017 auf unserer Corporate Reporting Conference in Frankfurt am Main vor. Bei unserem Branchenforum beleuchten wir gemeinsam mit erfahrenen Referenten aus Wissenschaft, Agentur- und Unternehmenswelt die zentralen Herausforderungen der Geschäftsberichterstattung und skizzieren kreative und effiziente Lösungsansätze. Die Anmeldung ist kostenfrei und jederzeit online möglich unter www.mpm.de/crc2017.

 

1) Alle fünf genannten Unternehmen bieten auf ihrer Website keinen Bestellservice für den Geschäftsbericht 2016 an und stellten uns auch auf Anfrage keine gedruckte Berichtsausgabe zur Verfügung.